Auf dem Foto vom 29. Oktober stehen drei orangefarbene Figuren im Innenhof der HTWG im Mittelpunkt. Die Stadt Konstanz führt die Anlage als „The Scientists“ und beschreibt die Figuren als Sinnbilder für Forschung, Reflexion und Entdeckung. Sie steht zwischen Gebäude F und der Bibliothek. Das Kunstwerk bietet einen passenden Einstieg in die Hochschule: Es zeigt, dass Campusleben nicht nur in Hörsälen und Laboren stattfindet, sondern auch in den Räumen dazwischen.
120 Jahre Hochschulgeschichte
Die Geschichte der HTWG beginnt 1906. Ingenieur Alfred Wachtel gründete damals das Technikum Konstanz; mit 28 Studierenden und vier Dozenten nahm es im Hinterhaus der Hussenstraße 17 den Betrieb auf. Zunächst standen Elektrotechnik und Maschinenbau auf dem Studienplan. 1911 zog die Lehranstalt in ein Gebäude am Rheinufer, in dem heute die Fakultät Bauingenieurwesen und Studiengänge der Architektur untergebracht sind. 2026 ist ein Jubiläumsjahr: Seit 120 Jahren prägt die Hochschule die Stadt und die Region. Aus dem Technikum wurde die heutige Hochschule Konstanz – Technik, Wirtschaft und Gestaltung.
Sechs Fakultäten, angewandtes Lernen
Heute vereint die HTWG sechs Fakultäten: Architektur und Gestaltung, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik, Maschinenbau sowie Wirtschafts-, Kultur- und Rechtswissenschaften. Die Hochschule beschreibt ihr Profil als anwendungsorientiert: Theorie und Praxis, interdisziplinäre Zusammenarbeit und internationale Ausrichtung sollen zusammenwirken. Im Oktober starteten laut einer Mitteilung vom 6. Oktober 2026 rund 900 Erstsemester in Bachelor- und Masterstudiengängen. Die HTWG betont, dass Studierende das Gelernte in praktischen Projekten umsetzen und auch Angebote außerhalb des eigenen Fachbereichs nutzen können.
Kunst als Teil des Campusalltags
Die Installation stammt vom niederländischen Künstler Joep van Lieshout und wurde am 11. April 2003 auf dem Campus übergeben. Nach Darstellung der HTWG gehört die Nutzung als Begegnungsort zum Konzept: Das Werk soll Teil des täglichen Lebens auf dem Forum sein und nicht abseits betrachtet werden wie ein Exponat im Museum. Genau diese Idee lässt sich an der Figurengruppe ablesen. Zwischen Bäumen und Hochschulgebäuden lädt der Platz dazu ein, kurz innezuhalten, sich zu treffen oder weiterzugehen.
Die Lage am Seerhein im Stadtteil Paradies prägt den Hochschulalltag zusätzlich. Doch die Identität eines Campus entsteht nicht allein durch die Aussicht. Dazu gehören auch praktische Projekte und Orte, an denen Begegnungen zwischen den Fachrichtungen entstehen können. Die orangefarbenen Figuren machen diese Verbindung sichtbar: Sie erinnern daran, dass Lernen aus Fragen, Austausch und Entdeckung besteht – innerhalb und außerhalb der Lehrveranstaltungen.
