Wer nach einer Ausbildung und mehreren Jahren im Beruf studiert, sollte eine laufende Fördermöglichkeit prüfen: Seezeit hat am 14. Oktober 2026 auf die Bewerbungsrunde für das Aufstiegsstipendium hingewiesen. Die Online-Bewerbung ist bis zum 30. November 2026 möglich. Damit ist das Programm auch für Berufserfahrene interessant, die ihr Studium in Konstanz gerade begonnen haben.

Berufliche Leistung zählt

Nach den Vorgaben der zuständigen Stiftung SBB braucht es eine abgeschlossene Berufsausbildung, danach insgesamt mindestens zwei Jahre Berufstätigkeit sowie nachgewiesene besondere berufliche Leistungen. Dafür kommen ein sehr guter Ausbildungs- oder Fortbildungsabschluss, ein entsprechender Wettbewerbserfolg oder ein begründeter Vorschlag eines Betriebs infrage. Schulnoten entscheiden hier nicht über die Bewerbung. Eine formale Altersgrenze gibt es ebenfalls nicht. Die individuellen Nachweise müssen zu einem der vorgesehenen Wege passen.

Das Programm unterstützt ein erstes akademisches Studium. Eine Bewerbung ist vor dem Studienbeginn oder während des ersten beziehungsweise zweiten Studiensemesters möglich. Gefördert werden können Vollzeit- und berufsbegleitende Studiengänge. Die SBB-Informationen zu förderfähigen Studienangeboten nennen staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen in Deutschland, in anderen EU-Staaten und der Schweiz. Bei besonderen Studienmodellen empfiehlt die Stiftung eine vorherige Klärung.

Welche Unterstützung vorgesehen ist

Im Vollzeitstudium beträgt die monatliche Förderung derzeit 992 Euro zuzüglich 80 Euro Büchergeld, zusammen 1.072 Euro. Für Kinder unter 14 Jahren ist eine Betreuungspauschale von 160 Euro pro Kind vorgesehen. Ein berufsbegleitendes Studium wird mit 3.045 Euro im Kalenderjahr unterstützt. Die Förderung erfolgt einkommensunabhängig. Ergänzend bietet das Programm Seminare, regionale Austauschgruppen und Möglichkeiten zur Vernetzung.

Bewerbung jetzt, Förderbeginn später

Die Terminübersicht der SBB mit Stand Mai 2026 ordnet die aktuelle Runde dem Auswahlverfahren 2027/I zu. Vorgesehen sind Auswahlgespräche zwischen dem 15. Februar und dem 13. März 2027 sowie eine Aufnahme im April 2027. Finanzielle Unterstützung beginnt frühestens mit der Aufnahme. Wer sich jetzt bewirbt, sollte das Stipendium daher noch nicht als verfügbare Finanzierung für das laufende Wintersemester einplanen.

Das Auswahlverfahren beginnt mit einem Online-Fragebogen. Bei erfolgreicher erster Stufe folgen ein Kompetenz-Check und gegebenenfalls ein Auswahlgespräch. Die Nachweise werden im Verfahren geprüft; eine abgeschickte Bewerbung ist noch keine Förderzusage. Für die Vorbereitung bietet es sich an, Ausbildungsabschlüsse, Beschäftigungszeiten und den geplanten Studienweg geordnet zusammenzustellen.

Aus studentischer Sicht öffnet dieses Angebot einen konkreten Weg für Bildungsbiografien, die bereits Berufserfahrung enthalten. Die praktische Frage lautet deshalb nicht, ob der eigene Lebenslauf dem klassischen direkten Weg von der Schule an die Hochschule entspricht. Entscheidend ist, ob die veröffentlichten Bedingungen erfüllt sind und die Finanzierung bis zu einer möglichen Aufnahme anderweitig gesichert werden kann.